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Warum wir Frauen uns oft gegenseitig klein machen

  • info119720
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

– und wie wir das endlich ändern können


Schon seit langer Zeit beobachte ich etwas, das mich traurig macht – in Gesprächen, auf Social Media, manchmal sogar im eigenen Freundeskreis. Ich habe das Gefühl, dass Männer sich oft ganz selbstverständlich unterstützen. Sie gönnen sich Erfolge, helfen sich, lachen miteinander – auch wenn sie im selben Bereich unterwegs sind. Konkurrenz scheint sie seltener zu trennen.


Bei uns Frauen ist das oft anders. Da ist dieses subtile Vergleichen, das Abwägen, dieses ständige innere „Wie steht sie da – und wie ich?“ Und manchmal, wenn wir uns unsicher fühlen, greifen wir zu etwas, das uns kurzfristig besser fühlen lässt: Abwertung.


Wir urteilen. Über ihr Aussehen. Ihre Art. Ihr Auftreten. Wir sagen Dinge wie: „Na, die meint wohl, sie ist was Besseres.“ „Das ist ja schon ganz schön übertrieben, wie sie sich präsentiert.“ "So eine Schlampe." Oder denken still: „Die ist mir irgendwie unsympathisch…“, obwohl sie uns eigentlich nur etwas spiegelt, das wir uns selbst noch nicht erlauben.


Warum machen wir das?


Ganz tief in uns wirkt ein altes Muster. Über Generationen hinweg haben Frauen gelernt, dass ihr Wert von äußeren Faktoren abhängt – von Schönheit, von Leistung, von Anpassung, von Bestätigung. Wir wurden darauf konditioniert, verglichen zu werden – von Männern, von der Gesellschaft, manchmal sogar von unseren Müttern. Und ohne es zu merken, haben wir angefangen, diesen Vergleich weiterzutragen – untereinander.

Weil wir selbst oft nicht glauben, gut genug zu sein, fällt es uns schwer, andere Frauen in ihrem Licht stehen zu lassen. Ihr Erfolg erinnert uns an unsere eigenen Zweifel. Ihre Schönheit an unsere Unsicherheit. Ihr Selbstbewusstsein an unsere Zurückhaltung.

Und anstatt uns davon inspirieren zu lassen, greifen wir manchmal zu innerer Kritik – gegen sie und gegen uns selbst.


Wie wäre es, wenn wir das Muster durchbrechen?


Was wäre, wenn wir aufhören würden, uns gegenseitig zu bewerten – und anfangen würden, uns zu sehen? Wenn wir lernen, zu sagen: „Ich bewundere dich.“ „Du inspirierst mich.“ „Danke, dass du mir zeigst, was auch möglich ist.“

Stell dir vor, wir würden einander nicht länger als Konkurrenz betrachten, sondern als Spiegel. Wenn uns eine andere Frau triggert, könnten wir fragen: Was zeigt sie mir über mich selbst? Wo wünsche ich mir vielleicht mehr Mut, mehr Sichtbarkeit, mehr Leichtigkeit – so wie sie sie lebt?


Wie es anders werden kann


Echte Verbindung entsteht, wenn wir uns erlauben, authentisch und unperfekt zu sein – und wenn wir anderen denselben Raum geben. Wenn wir statt zu urteilen anfangen, zuzuhören. Wenn wir statt uns zu vergleichen anfangen, unsere Verschiedenartigkeit zu feiern. Wenn wir statt zu lästern anfangen, ehrlich zu sagen, was wir fühlen.


Denn jedes Urteil, das wir über eine andere Frau fällen, sagt letztlich mehr über uns selbst aus als über sie. Und jedes Mal, wenn wir eine andere Frau aufrichtig unterstützen, heilen wir auch ein Stück in uns.

Mein Aufruf


Lasst uns aufhören, uns klein zu machen – und anfangen, uns groß zu denken. Lasst uns lernen, die Stärke anderer Frauen nicht als Bedrohung, sondern als Inspiration zu sehen. Lasst uns ehrlich sein, verletzlich, mutig – und miteinander wachsen.

Lasst uns wieder Schwestern werden. Lasst uns einander sehen – wirklich sehen. Lasst uns ehrlich sagen: „Ich bewundere dich.“ Lasst uns lernen, zu feiern, ohne uns zu vergleichen.


Denn wir sind keine Konkurrenz. Wir sind Weggefährtinnen. Und wenn Frauen sich gegenseitig wirklich supporten, entsteht eine Energie, die ganze Systeme verändern kann – leise, kraftvoll, tief.

Und vielleicht, ganz vielleicht, beginnt damit eine neue Form weiblicher Stärke – eine, die nicht aus Abgrenzung entsteht, sondern aus gegenseitigem Vertrauen und wahrer Wertschätzung.






 
 
 

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