💧 Warum ich Hyaluronfiller-Spritzen kritisch sehe
- info119720
- vor 53 Minuten
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Ein persönlicher Blick einer Heilpraktikerin
Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich eine Frau sah, deren Gesicht nach einer Hyaluronbehandlung nicht mehr so aussah wie zuvor. Sie hatte gehofft, frischer, erholter, jugendlicher zu wirken – und stattdessen blieb etwas Fremdes, Starres zurück. Sie sagte leise: „Ich erkenne mich gar nicht mehr richtig.“ Das war der Moment, in dem ich wusste: Ich muss über dieses Thema sprechen.
Die Verlockung der schnellen Schönheit
Wir leben in einer Gesellschaft, die Altern als etwas „Fehlerhaftes“ betrachtet. Hyaluronfiller versprechen, die Spuren des Lebens einfach „wegzuwischen“. Und weil Hyaluron ein körpereigener Stoff ist, klingt das Ganze fast harmlos – fast „natürlich“.
Doch das, was gespritzt wird, ist ein chemisch vernetztes, industriell hergestelltes Produkt. Es wird so verändert, dass es lange im Gewebe bleibt – eben nicht einfach vom Körper abgebaut wird, wie uns oft suggeriert wird. Und genau das ist einer der größten Trugschlüsse.
Das Märchen vom „Abbau“
Viele glauben, Hyaluronfiller würden sich nach einigen Monaten von selbst auflösen. Doch in der Praxis zeigt sich etwas anderes: Immer häufiger finden sich Reste alter Filler – verhärtet, verschoben, verklumpt – noch Jahre nach der Behandlung im Gewebe. Das Gewebe vergisst nicht. Es speichert. Und manchmal reagiert es mit Entzündungen, Schwellungen oder Asymmetrien, die sich kaum mehr korrigieren lassen.
„Dann löst man es eben auf?“ – So einfach ist es nicht
Ja, es gibt das Enzym Hyaluronidase, mit dem man Filler theoretisch auflösen kann. Doch diese „Lösung“ ist alles andere als unkompliziert. Hyaluronidase unterscheidet nicht zwischen künstlichem und körpereigenem Hyaluron – sie löst beides. Das kann bedeuten: Verlust an körpereigener Elastizität, an Feuchtigkeit, an natürlicher Hautstruktur. Und nicht immer funktioniert es vollständig. Manchmal bleibt etwas zurück – sichtbar oder fühlbar.
Ich habe Klientinnen erlebt, die glaubten, eine Spritze könne „rückgängig“ gemacht werden. Doch der Körper ist kein Löschblatt. Jede Injektion verändert etwas – manchmal dauerhaft.
Die unterschätzte Gefahr: Wenn Hyaluron ins Blutgefäß gelangt
Was viele nicht wissen: Wird Hyaluron versehentlich in ein Blutgefäß gespritzt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Denn der Filler kann das Gefäß verstopfen – das umliegende Gewebe wird nicht mehr mit Blut versorgt. Das nennt man Nekrose – Gewebe stirbt ab. Die Haut kann sich verfärben, schmerzen, vernarben.
Doch in besonders ungünstigen Fällen kann das Hyaluron sogar in Gefäße gelangen, die das Auge oder das Gehirn versorgen. Dann kann es zu Erblindung oder sogar Schlaganfällen kommen. Das sind keine Panikmache-Worte – das sind dokumentierte, reale Komplikationen. Und sie zeigen: Es handelt sich nicht um eine harmlose „Beauty-Behandlung“, sondern um einen medizinischen Eingriff mit echten Risiken.
Schönheit ist mehr als glatte Haut
Als Heilpraktikerin glaube ich daran, dass Schönheit von innen wächst – aus Vitalität, Balance, Nährstofffülle und seelischem Gleichgewicht. Wenn die Haut an Spannkraft verliert, erzählt sie uns etwas: Von Stress, Hormonveränderungen, Nährstoffmangel oder emotionaler Erschöpfung.
Diese Sprache des Körpers zu verstehen und von innen heraus zu regenerieren, ist für mich der ehrlichere, nachhaltigere Weg. Ganzheitlich, sanft, in Resonanz mit der Natur – nicht dagegen.
Mein Appell
Ich möchte niemandem Angst machen, aber Bewusstsein schaffen. Bevor du dich für eine Injektion entscheidest, frage dich:
Was suche ich wirklich – Jugend oder Selbstannahme?
Kenne ich die Risiken wirklich – auch die seltenen, aber schweren?
Gibt es vielleicht Wege, mein Strahlen auf natürliche Weise zu stärken?
Manchmal beginnt Heilung dort, wo wir aufhören, uns selbst verändern zu wollen. Dort, wo wir uns erlauben, mit Würde, Gelassenheit und Liebe zu altern.
Denn wahre Schönheit entsteht nicht durch Spritzen –sondern durch Selbstvertrauen, Lebendigkeit und Einklang mit sich selbst.





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