Kommunikation mit Narzissten: Geht das überhaupt?
- info119720
- vor 3 Stunden
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Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du sitzt einem Menschen gegenüber, der charmant, selbstbewusst wirkt – und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Alles, was du sagst, scheint verdreht oder abgewertet zu werden. Du fragst dich: „Warum versteht er mich nicht? Warum fühle ich mich nach jedem Gespräch so ausgelaugt?“
Menschen mit echten, pathologischen narzisstischen Persönlichkeitsstörungen sind tatsächlich selten. Aber Menschen, die narzisstische Persönlichkeitsmerkmale zeigen oder toxisch agieren, begegnen uns deutlich häufiger – im Job, in Freundschaften, in der Familie. Und diese Begegnungen können sehr erschöpfend sein.
Warum Kommunikation oft so schwer ist
Menschen mit narzisstischen Zügen hören nicht wirklich zu. Kritik wird als Angriff empfunden, Empathie nur selektiv gezeigt, und alles, was nicht in ihr Weltbild passt, wird abgewehrt oder verdreht. Für dich bedeutet das: Du kämpfst gegen eine Wand, die deine Worte kaum durchlässt.
Eine Klientin erzählte mir vor einiger Zeit, wie sie sich wochenlang bemüht hatte, „vernünftig zu reden“ – nur um immer wieder verletzt zu werden. Sie fühlte sich klein, unsicher und ausgelaugt. Der Wendepunkt kam, als sie erkannte: Es ist nicht ihre Aufgabe, den anderen zu ändern – sondern sich selbst zu schützen.
Wie du trotzdem handlungsfähig bleibst
Auch wenn echte Veränderung kaum möglich ist, gibt es Strategien, die dir helfen, souverän zu bleiben – mit kleinen, praktischen Beispielen:
Setze klare Grenzen
Beispiel: Statt auf ständige Kritik einzugehen, sagst du klar: „Über diesen Punkt können wir nicht diskutieren, wenn es so verletzend wird.“
So schützt du deine Energie und zeigst: Deine Bedürfnisse zählen.
Wahre emotionale Distanz
Beispiel: Du bleibst ruhig, auch wenn der andere versucht, dich emotional zu triggern: „Ich höre dich, aber ich antworte nicht auf Beschimpfungen.“
Das verhindert, dass du in Manipulationsfallen tappst.
Erwarte keine Veränderung
Beispiel: Du akzeptierst, dass du den anderen nicht „heilen“ kannst, und konzentrierst dich auf dein eigenes Wohlbefinden.
Das nimmt den Druck und die Frustration aus der Situation.
Sprich klar und sachlich
Beispiel: Statt zu appellieren: „Bitte versteh mich doch…“, sagst du nüchtern: „Ich brauche, dass du bis morgen die Infos schickst.“
Kurze, sachliche Aussagen wirken oft besser als emotionale Appelle.
Es geht also weniger darum, den anderen zu ändern, als dich selbst zu schützen – und handlungsfähig zu bleiben.
Mutig sein heißt: sich selbst wichtig nehmen
Jedes Gespräch kann anstrengend sein. Aber gerade in dieser Anstrengung liegt deine Stärke. Indem du lernst, Grenzen zu setzen, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und dich emotional abzugrenzen, holst du dir Stück für Stück deine Selbstbestimmung zurück.
Kommunikation mit Menschen, die narzisstische Züge zeigen oder toxisch sind, bedeutet manchmal nicht, verstanden zu werden – sondern für sich selbst einzustehen. Die eigenen Gefühle ernst zu nehmen. Die eigene Seele zu schützen, auch wenn der andere sie nicht respektiert.
Wenn du merkst, dass du in solchen Situationen immer wieder an deine Grenzen stößt, begleite ich dich gern dabei, strategisch, achtsam und selbstbewusst zu bleiben – auch online, ganz in deinem Tempo. Denn du verdienst es, gehört und respektiert zu werden – von anderen und von dir selbst.





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