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Berufstätige Mutter - Besondere Belastung

Eine Patientin von mir ist eine berufstätige Mutter. Sie ist mit Leib und Seele Mutter, aber sie liebt auch Ihren Beruf sehr.


Der Anspruch, allen Bereichen mehr als gerecht zu werden, wird nicht nur durch ihren ausgeprägten Perfektionismus gefördert. Sondern meiner Meinung nach auch durch die immer noch existierenden, extremen Idealbilder bezüglich Haushaltsführung, Kindererziehung, Beziehung, Familie und Arbeit.


Kinder sollen natürlich zu starken, selbstbewussten Menschen erzogen werden, der Haushalt sollte immer so sein, dass jederzeit Besuch kommen kann und das Essen frisch, gesund und lecker auf den Tisch kommt.

Und en passant erledigt die „perfekte Frau“ noch ihre Aufgaben bei der Arbeit. Selbstverständlich ohne den Partner in irgendeiner Weise zu vernachlässigen. In einer guten Partnerschaft dürfen Respekt, Liebe und Unterstützung des Partners nicht fehlen.


Ich frage mich – wie soll das möglich sein? Ohne überdurchschnittliche Belastung, Überforderung kann eine Perfektion nicht in allen Bereichen erreicht werden, denke ich.


Meine Patientin fühlt sich überfordert, ausgebrannt, müde und sie klagt über fehlende Motivation. – Meiner Meinung nach ist das eine gesunde Reaktion.


Erfahrungsgemäß können in solchen Situationen noch Symptome wie Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen hinzukommen.


Der innere Anspruch meiner Patientin, perfekt zu sein, führt dazu, dass sie das Gefühl bekommt, zu versagen. Diese Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit macht sie deprimiert und niedergeschlagen.


Gedanken an Selbstliebe, Selbstfürsorge, Zeit für sich selbst haben keinen Platz in ihrem Leben – und das hat Folgen. Sie wird gereizt und immer weniger belastbar, was wiederum dazu führt, dass sie sich noch schuldiger fühlt.


Erkennen Sie sich in meiner Patientin wieder?


Spätestens an diesem Punkt wird es Zeit, die Reißleine zu ziehen.


Mir ist wichtig, dass die Frau wieder ein Gefühl für sich und ihre Bedürfnisse entwickelt – denn nur so können Frauen trotz mehrfacher Belastung gesund bleiben und die schönen Seiten des Familienlebens auch tatsächlich genießen. Auch die Erkenntnis, dass es nicht nur „Schwarz und Weiß“ gibt, kann helfen. D.h., ich bin nicht schlecht, wenn ich nicht perfekt bin – es gibt noch viel dazwischen. Darüber hinaus darf die Unterstützung von Partner und Kindern (wenn es das Alter zulässt) eingefordert werden.

Oder vielleicht ist es auch möglich ein anderes Arbeitsmodell mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.


Gerne unterstütze ich auch Sie in diesem Prozess des Innehaltens, des Bewusstmachens der Probleme und des Suchens von geeigneten Maßnahmen. Lassen Sie uns Ihre persönlichen Möglichkeiten finden. Nach meiner Erfahrung können auch naturheilkundliche Mittel eingesetzt werden.





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